Die richtige Temperatur entscheidet: Erschöpfter Mann in Werkstatt bei hohen Temperaturen ohne Kühlkleidung
DAS RICHTIGE ARBEITSKLIMA MACHT
DEN UNTERSCHIED

Die Temperatur am Arbeitsplatz ist mehr als nur eine Komfortfrage – sie beeinflusst Gesundheit, Wohlbefinden, Sicherheit und Produktivität. Hohe Temperaturen senken die Leistungsfähigkeit, erhöhen das Unfallrisiko und belasten die Gesundheit. Der DAK-Gesundheitsreport 2024 zeigt alarmierend, wie stark Beschäftigte bereits unter Hitze leiden:

  • 23 % der Arbeitnehmer:innen – etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland – fühlen sich bei Hitzewellen stark beeinträchtigt.
  • 52,6 % berichten von nachlassender Produktivität.
  • 42 % haben mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen.
Psychische und physische Folgen

Hitze beeinträchtigt Körper und Geist. Studien zeigen, dass bei Temperaturen über 26,67°C die Aufmerksamkeit um 15% sinkt, während die beste kognitive Leistungsfähigkeit zwischen 18,28°C und 21,11°C liegt (Pilcher, Nadler & Busch, 2010). Starke Abweichungen führen zu erheblichen Leistungseinbußen – an sehr heißen Tagen können diese 30% bis 70% betragen. Auch die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit sinkt ab 30°C um bis zu 25%, bei 35°C halbiert sich die Reaktionsgeschwindigkeit (AUVA, 2016).

Das Risiko für Fehler und Unfälle steigt, besonders bei körperlich Tätigen wie Bauarbeitern. Ohne Schutz drohen Kreislaufprobleme, Hitzschlag oder Sonnenstich. Aber auch Büroangestellte leiden unter Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Flüssigkeitsverlust. 

Grafik der Auswirkungen von Hitze auf die Leistungsfähigkeit

All das macht deutlich: Unternehmen müssen handeln. Mit gezielten Hitzeschutzmaßnahmen können sie nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden sichern, sondern auch Produktivitätseinbußen und Krankheitsausfälle effektiv minimieren.

MIT DEM RICHTIGEN ARBEITSKLIMA ZUM UNTERNEHMENSERFOLG

Ein optimales Arbeitsklima entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Wer diese kennt und richtig einsetzt, schafft nicht nur ein angenehmes Arbeitsumfeld, sondern fördert auch die Produktivität. Die wichtigsten Parameter für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz sollten dabei immer im Blick bleiben:

Grafik: Die wichtigsten Parameter für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz
  • Lufttemperatur
    Die Lufttemperatur beeinflusst maßgeblich das thermische Wohlbefinden. Zu hohe Temperaturen können die Leistungsfähigkeit mindern und gesundheitliche Beschwerden wie Erschöpfung oder Hitzestress auslösen. Eine angenehme Raumtemperatur fördert hingegen Konzentration und Produktivität.

  • Luftgeschwindigkeit
    Die Bewegung der Luft unterstützt die Wärmeabgabe des Körpers durch Verdunstung und Konvektion. Bei höheren Temperaturen kann eine leichte Brise angenehm wirken, während bei kühleren Temperaturen Zugluft als störend empfunden wird. Ein ausgewogenes Maß ist entscheidend für das Wohlbefinden.

  • Relative Luftfeuchtigkeit
    Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt das Gefühl von Schwüle und erschwert die Wärmeabgabe über das Schwitzen, während zu trockene Luft die Schleimhäute reizt und Atemwegserkrankungen begünstigen kann. Idealerweise sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 % liegen, um ein angenehmes Arbeitsklima zu gewährleisten.

  • Wärmestrahlung
    Direkte Wärmestrahlung, etwa durch Sonneneinstrahlung oder Maschinen, erhöht die gefühlte Temperatur unabhängig von der Raumlufttemperatur. Ein effektiver Sonnenschutz oder strahlungsarme Oberflächen können helfen, die Belastung zu reduzieren.

  • Luftdruck
    Änderungen des Luftdrucks, etwa in klimatisierten Räumen oder durch Höhenlagen, können das Wohlbefinden beeinträchtigen. Ein stabiler Luftdruck sorgt für eine gleichmäßige Sauerstoffversorgung und minimiert Belastungen für das Herz-Kreislauf-System.

  • Körperliche Aktivität
    Je nach Intensität der körperlichen Arbeit produziert der Körper mehr Wärme, die abgegeben werden muss. Arbeitsplätze mit hoher körperlicher Belastung benötigen daher eine Umgebung, die die Wärmeabfuhr unterstützt, etwa durch gute Belüftung und angemessene Kleidung.

  • Isolierwirkung der Kleidung
    Die Kleidung beeinflusst, wie gut der Körper Wärme abgibt oder speichert. In heißen Umgebungen sollte sie leicht und atmungsaktiv sein, während in kälteren Bereichen isolierende Materialien nötig sind, um den Körper vor Unterkühlung zu schützen. Die richtige Kleidung trägt entscheidend zum thermischen Komfort bei.

MACHEN SIE DEN KLIMA-CHECK AM ARBEITSPLATZ
E.COOLINE ThermoScan-Karte

Damit hohe Temperaturen Ihnen nicht die Bilanz verhageln: Behalten Sie die Temperaturen im Blick! Mit der kostenlosen ThermoScan-Karte können Sie die Bedingungen an jedem Arbeitsplatz überprüfen.

TEMPERATURGRENZEN NACH ASR A3.5:
WAS TUN, WENN DIE HITZE KOMMT?

Hohe Temperaturen beeinträchtigen also den Arbeitsalltag massiv. Wie kann bei Hitze trotzdem ein reibungsloser Betrieb sichergestellt werden? Wie lassen sich Fehler und Unfälle verhindern, die durch Erschöpfung oder Konzentrationsmängel entstehen? Wie vermeiden Sie, dass Mitarbeiter ihre Energie in unproduktive Aggressionen oder Konflikte stecken? Und welche gesetzlichen Regelungen gibt es?

Die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A3.5 liefert klare Antworten: Sie gibt vor, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, sobald bestimmte Temperaturgrenzen überschritten sind. Von einfachen Schritten wie Lüften und Sonnenschutz bis hin zu speziellen Schutzmaßnahmen – so bleibt der Betrieb auch bei extremen Bedingungen sicher und produktiv.

WAS BEDEUTET DAS KONKRET?

Sobald die Außentemperatur 26 Grad überschreitet, kommt ein gestuftes Modell zur Anwendung, das Arbeitgeber verpflichtet, Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten zu ergreifen. Diese Maßnahmen orientieren sich am sogenannten TOP-Prinzip und sind in der folgenden Reihenfolge umzusetzen: technische, organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen.

Ziel sollte dabei sein, den Schutz effektiv, wirtschaftlich und umweltfreundlich zu gestalten. 

  1. Technische Maßnahmen, z. B.
    – Be- und Entlüftung
    – Einsatz von Luftkühlungssystemen
    – Sonnenschutz bzw. Wärmestrahlungsschutz wie z.B. Isolierung oder Hitzeschutzschirm
  2. Organisatorische Maßnahmen, z. B.
    – Konkrete Betriebsanweisungen / Einführung eines Hitzeschutzplans
    – Akklimatisierungsmaßnahmen
    – geänderte Arbeitszeiten
    – Reduzierung der Aufenthaltzeiten im Hitzebereich
  3. Personenbezogene Maßnahmen, z.B.
    – Kühlwesten, Kühlkleidung
    – regelmäßige Unterweisungen zur Hitzeproblematik
    – Bereitstellung von Getränken. 
DAS STUFENMODELL GEMÄSS ASR A3.5
Grafik: ASR A3.5 - Maßnahmen
PRÄVENTIVE HITZEANPASSUNGSSTRATEGIEN -
EIN MUSS FÜR UNTERNEHMEN

Hitzebelastung ist nicht nur Problem während der Hitzewellen. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind neun von zehn Arbeitnehmern weltweit auch außerhalb dieser Perioden übermäßiger Hitze ausgesetzt. Acht von zehn Arbeitsunfällen stehen im Zusammenhang mit Hitze, selbst wenn die Temperaturen moderater erscheinen.

Deshalb fordert der Generaldirektor der ILO, Gilbert F. Houngbo, “die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen das ganze Jahr über vor Hitzestress zu schützen. Und das sowohl aus humanitären wie wirtschaftlichen Gründen: Laut ILO könnten verbesserte Schutzmaßnahmen weltweit bis zu 361 Milliarden US-Dollar einsparen – durch weniger Produktivitätsverluste und geringere Gesundheitskosten.

Unternehmen sollten regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen durchführen, Hitzeschutzpläne entwickeln und Maßnahmen wie E.COOLINE Kühlkleidung einsetzen, um langfristig Produktivität und Gesundheit zu sichern.

Machen Sie Ihren Arbeitsplatz hitzesicher – handeln Sie jetzt! 

 

Quellen: Pilcher et al; 2002, Lauble-consult.de, www.forba.at, DAK Gesundheitsreport 2024, www.auva.de, TÜV Hannover, www.arbeitsinspektion.gv.at, u.a.

TEILEN

Facebook
LinkedIn
WhatsApp

Schreibe einen Kommentar

Warenkorb
Nach oben scrollen